Tourenberichte


Datum: September 1999
Dauer: 10 Tage
Bootsanleger in Kvikkjokk, warten auf Bjørn Ort: Südlich von Kvikkjokk
Charakter: Anspruchsvolles Fjällwandern
Team: Nicky,Tom und Yukon

Eigentlich waren wir mal wieder froh, die 2500 Km Anfahrt hinter uns gebracht zu haben. Aber andererseits konnten wir es nicht erwarten, endlich von Bjørn mit dem Boot nach Mallenjarka gebracht zu werden. Folgt man dem Kungsleden in südlicher Richtung, hat man ersteinmal 20 Minuten Bootsfahrt vor sich. Da Bjørn zu dieser Zeit nicht mehr regelmäßig zwischen Mallenjarka und dem Anleger in Kvikkjokk verkehrt, hatten wir uns telefonisch mit ihm verabredet. Er bringt uns mit der üblichen Verspätung auf die andere Seite des Saggat. Das Wetter ist für den Beginn einer 10 tägigen Wildnistour einfach ideal. Obwohl es schon September ist, ist die Luft sehr warm und uns wird schnell ziemlich heiß. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und von Mücken keine Spur. Die Temperaturen der Letzten Nächte haben ihre Spuren hinterlassen.

Der Weg zur Tsielekjåkkstugan ist mit 12 km nicht sehr lang, aber am ersten Tag einer Tour wird man das Gefühl nicht los, mal wieder viel zu viel in die Rucksäcke gepackt zu haben. Die fast permanente Steigung dieser ersten Etappe tut ihr Übriges dazu, über 500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Am Ziel angekommen, vergißt man natürlich sehr schnell die Strapazen der letzten 5 Stunden und genießt es, endlich wieder im Fjäll zu sein. Tsielekjåkkå Quellgebiet Nach einem gemütlichen Abend in der Tsielekjåkkstugan, der einzigen Hütte auf unserem Weg, folgen wir dem Kungsleden am nächsten Tag nur noch wenige Kilometer, um dann nordwestlich in die Hochgebirgstundra einzutauchen.

Wir hatten eine Umwanderung des Sjellapuolta geplant, die uns am Ende auf den Patjelantaleden führen sollte. Die nächsten Tage verbringen wir demzufolge im weglosen Kahlfjäll, umgeben vom Raska (1456 m) und seinen Nebengipfeln. Spätestens hier sind wir uns einig, daß die Entscheidung, die warmen Schlafsäcke mitzunehmen, die richtige war. Auch wenn es tagsüber angenehm warm ist, fallen die Temperaturen nachts schon mal auf den Gefrierpunkt. Die Orientierung stellt uns bei diesem Querfeldein Trekk vor keine allzugroßen Hindernisse, da wir erst dem Fluß Falesvagge und anschließend dem Tsielekjåkkå vom Ursprung bis zum Erreichen der Baumgrenze folgen. Von da aus trennt uns noch eine Tagesetappe vom Tarraätno, an dessen Nordufer der Padjelantaleden verläuft und dem wir bis Kvikkjokk folgen wollen.
Moltebeeren Unser Weg führt hier oben über riesige Geröll.- und viele Altschneefelder. Die großen Geröllflächen machen uns, aber besonders unserem tapferem Hund sehr zu schaffen. Diese großen, von vergangenen Gletschern kugelrund geschliffenen Steine mit mehr als einem Meter Durchmesser machen das Gehen sehr beschwerlich. Mit Erreichen des Tsielekjåkkå Nährgebietes, liegt dieses Hindernis hinter uns und die Baumgrenze rückt in erkennbare Nähe.

Der sich anschließende Abstieg aus den Bergen ist natürlich sehr angenehm. Wir genießen es, uns diese sanften Hügel hinabtragen zu lassen. Obwohl wir auf der exponierten Seite des Vuoka immer mehr in den Einfluß des hier oft vorherrschenden unangenehm kalten Nordwindes kommen, ist das Wetter weiterhin beeindruckend klar. Eine der unzähligen Watstellen Am Fuße des Vuoka treffen wir dann doch nicht auf den erhofften Trampelpfad zum Tarraätno und müssen uns auch hier weiter ohne Weg begnügen. Da wir es nicht eilig haben, wird hieraus kein Problem, und wir können das Erreichen des Padjelantaleden noch etwas hinauszögern. Am Ende erreichen wir Kvikkjokk und schauen auf viele eindruckvolle Tage zurück, die wie immer viel zu schnell vergangen sind.

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