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Winter Ausrüstung
Bekleidung:Wenn man in Skandinavien vom Winter spricht, ist der Zeitraum zwischen Ende Oktober und Mitte Mai gemeint, also sechs Monate Schnee und zum Teil eisige Temperaturen. Sieht man von den Übergangsmonaten einmal ab, handelt es sich um eine ziemlich trockene Jahreszeit mit wenig Niederschlägen. Diese Tatsache stellt besondere Anforderungen an die Bekleidung. In erster Linie braucht man eine gute Isolierung gegen die Kälte und weniger einen Schutz gegen die Nässe. Aus diesem Grund ist eine GoreTex Trekkingjacke auch nicht unbedingt das Mittel der ersten Wahl. Mögen diese Jacken in der nassen Jahreszeit auch ihre Stärken haben, so haben sie im Winter auch ihre Schwächen. Viele dieser Jacken vereisen von innen, d.h. die Feuchtigkeit, die Ihr Körper produziert, gefriert von innen an der Jacke. Hierdurch ist jede Atmungsaktivität dahin und das Vereisen wird weiter
verstärkt. Dieses Phänomen tritt u.U. schon
bei minus 15°C auf, und zeigt sich besonders bei Jacken mit losem Innenfutter.(Zweilagenverarbeitung) Abhilfe schafft hier das Tragen von Jacken aus Mischgewebe oder Baumwolle. Sie finden eine breite Auswahl dieser Jacken bei fast allen skandinavischen Herstellern, wobei diese Winterjacken oft als Schlupfer gearbeitet sind. Das gleiche gilt natülich auch für Hosen. Bei der Unterwäsche sollte das gleiche Prinzip gelten wie im Sommer. Also Kunstfaserprodukte, eventuell mit Wollanteil, und mehreren dünnen Schichten übereinander. Im Winter sollten Sie immer einen Satz Reserveunterwäsche dabei haben, denn mit einer feuchten Jacke und trockenen Sachen darunter wird Ihnen warm, mit feuchter Unterwäsche, egal was Sie darüber tragen, niemals. Was Sie als Kälteschutz (Ruhephasen) verwenden ist Geschmackssache. Daunenkleidung ist leicht, klein verpackbar, aber verliert das Isolationsvermögen, wenn sie naß ist. Wollkleidung ist relativ schwer, nimmt ein großes Volumen ein und wärmt auch wenn sie feucht ist. Für Fleece-Kleidung gilt das gleiche wie für Wolle, nur ist Fleece leichter und wesentlich schneller trocken. Ich benutze im Winter viele Fleece-Sachen, habe aber auch gerne einen Wollpullover dabei, sofern das Gepäck es zuläßt.
Schuhe richten sich im Winter nach der Art, wie man sich fortbewegt. Sind Sie mit Skiern unterwegs, haben Sie in der Regel schon einen recht guten Lederschuh dabei. Ich spreche hier von skandinavischen Touren-Langlauf Schuhen, die bitte nicht mit den ungefütterten Plastikschuhen zu verwechseln sind, welche bei uns für eine zwei Stunden Ausfahrt im Sauerland verwendet werden. Wenn man mit Schneeschuhen unterwegs ist, was ich gelegentlich sehr gerne bin, bevorzuge ich Sorel-Boots. Diese bestehen aus einen Gummischuh mit Lederschaft und einem Filzinnenschuh, und sind so ziemlich das Wärmste, was man an den Füßen tragen kann. Rucksack:
Im Winter gibt es leider ein kleines Transportproblem. Viel Kleidung und ein dicker Schlafsack müssen in den Rucksack. Da kommen schnell etliche Kilos zusammen. Will man nun mehr als 5 bis 7 Tage unterwegs sein, sprengt es jedes vernünftige Rucksackvolumen. Entweder beschränkt man sich also auf weniger Tage, oder man lagert aus. Ich spreche hier von der Möglichkeit, sein umfangreiches Gepäck nicht zu tragen, sondern in einer Pulka zu ziehen. So gerüstet erreicht man auch wieder Distanzen, wie man sie aus dem Sommer gewohnt ist. Tip: Eine professionelle Pulka kann man in jeder Fjällstation mieten. Ich war aber auch schon mit einem Baumarkt Plastik Schlitten unterwegs, der als low-cost Variante ebenso seinen Zweck erfüllt.
Wenn Sie, wie ich es meistens bin, mit einem Hund unterwegs sind, können Sie ihm auch das Ziehen der Pulka überlassen. Für mich bleibt dann noch ein 10 bis 15 kg schwerer Rucksack übrig. Ein gesunder und trainierter Hund kann übrigens das dreifache seines Körpergewichtes ausdauernd ziehen. Bei meinem Husky-Mischling wären es, bei 30 kg Körpergewicht, 90 kg Ladung. Ich überlasse ihm 20 bis 25 kg, womit wir beide ganz gut leben können.Kocher: Im Winter ist ein funktionierender Kocher, neben dem Schlafsack, eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Ohne Kocher haben Sie kein Wasser. Dieses wird aus Schnee geschmolzen, was bekanntlich eine gewisse Energie in Form von Wärme erfordert. Ein Kocher sollte im Winter also unter widrigsten Umständen und auch im Zelt funktionieren, ohne dieses abzufackeln. Nach einigen negativen Erfahrungen mit einem Spiritus-Kocher, der bei naß-kaltem Wetter nur sehr schwer zu entzünden ist, habe ich lange einen Benzin-Kocher eingesetzt. In den letzten Jahren benutze ich aber auch zunehmend in der kalten Jahreszeit einen Gas-Kocher. Was durch Gasmischungen mit hohem Propananteil möglich ist.
Schlafsack:Im Winter gelten ersteinmal die selben Grundregeln, die auch auf einen Sommerschlafsack zutreffen. Er sollte nur wärmer sein. Im besonderen Maße möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, daß die Temperaturangaben eines Schlafsackes mit Vorsicht zu genießen sind. Testen Sie lieber einen Schlafsack von Bekannten, als sich auf die Angaben der Hersteller zu verlassen. Im Zweifel lieber eine Nummer wärmer wählen. Um im Winter draußen zu schlafen, braucht es zwar einen guten Schlafsack, aber in erster Linie brauchen Sie Erfahrung. Ich spreche hier nicht von Survival-Training, sondern vielmehr davon, daß Sie Ihren Körper kennen sollten. Beispiel: Ich schwitze nachts sehr stark, und diese Feuchtigkeit reicht aus, um einen Daunenschlafsack auf Dauer unbrauchbar zu machen. Wenn sich keine Möglichkeit der Trocknung bietet. Deswegen nehme ich im Winter, wenn ich mehr als drei Nächte im Freien schlafe, lieber einen Kunstfaserschlafsack. Auch wenn dieser mehr als das Doppelte wiegt. Bei Isomatten für den Wintereinsatz wird häufig davor gewarnt, Luftmatten (Therm-a-Rest, Metzler oder Artiach) zu verwenden. Diese sollen durch Eiskristalle, die sich durch Aufpusten mit feuchter Atemluft im Inneren bilden, auf Dauer zerstört werden. Da ist vielleicht auch etwas dran, aber meine Therm-a-Rest ist über 8 Jahre im Einzatz und immer noch fit. Wer sich daran stört, sollte lieber eine Schaummatte verwenden. |