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Sommer Ausrüstung
Bekleidung:
Ohne überheblich zu wirken, möchte ich behaupten, wer mit Jeans und T-Shirt im Fjäll wandert, ist selber schuld. Moderne Mischgewebe und Kunstfasern sind in allen Belangen konventioneller Bekleidung überlegen.
Trekking-Kleidung ist leicht, trocknet schnell und wärmt auch wenn sie feucht ist. Zudem ist Mischgewebe oft wesentlich stichdichter als reine Baumwolle. Wer sich einmal den Attacken unzähliger skandinavischer Mücken ausgesetzt sah, wird diese Eigenschaft nicht missen wollen. Denn oft ist die Kleidung die einzige wirksame Verteidigung, die man den Plagegeistern entgegensetzen kann, zumindest bis das Zelt aufgebaut ist. Die Kleidung sollte aus möglichst vielen dünnen Schichten bestehen, da diese besser zu kombinieren sind, und es ist selten ein Teil wirklich überflüssig. Was die Oberbekleidung angeht, setze ich hier voll auf das seid Jahrzehnten bewährte, G1000-Gewebe der Firma Fjäll Räven. Bei der Unterwäsche hat sich ein sehr hoher Kunstfaser-Anteil bewährt. Hier kommt es vor allem auf die schnelle Trockenzeit an, da es sich beim Wandern oft um eine schweißtreibende Angelegenheit handelt. Hier möchte ich mich nicht auf ein bestimmtes Produkt festlegen, da ich selber immer noch auf der Suche nach einer funktionellen, aber nach mehrtägigem Tragen nicht so duftintensiven Marke bin. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Wetterschutz, also eine Regen.- und Windjacke. Hier verlasse ich mich meistens auf ein atmungsaktives Modell. Ponchos (nicht atmungsaktiv) haben mich bisher nicht überzeugt, da ich erfahrungsgemäß darunter genau so naß (geschwitzt) war, als hätte ich gar keinen getragen. Nicht zu vergessen ist natürlich, daß in Skandinavien ein Kälteschutz (siehe Winter) zu keiner Jahreszeit im Gepäck fehlen darf. Sie bewegen sich schließlich in polaren Regionen, wo es zu jeder Zeit kalt, feucht oder beides sein kann. Bei den Schuhen favorisiere ich einen klassischen Leder-Wanderschuh, den ich bei Bedarf mit Gamaschen trage.
Rucksack: Da es heute fast keine richtig schlechten Rucksäcke mehr gibt, wenn man von einigen Billig-Angeboten mal absieht, stellt sich eigentlich nur die Frage: Innen- oder Außengestell? Bei Skandinaviern sieht man häufig Außengestellrucksäcke, der Grund hierfür ist mir aber bis heute nicht bekannt. Moderne Innengestellrucksäcke sind leichter, haben ähnlich viel Volumen und übertragen Lasten genau so gut wie andere Rucksäcke. Ich behaupte sogar, daß sie geländegängiger und durch ihre Komprimierbarkeit breiter einsetzbar sind. Wie Sie sich vorstellen können, benutze ich einen Innengestellrucksack, der max. 70 Liter Volumen hat und mich seit nunmehr 13 Jahren begleitet. Kocher: Im Sommer verwende ich, gegen jede skandinavische Gepflogenheit, einen Gas-Kocher. Also keinen Spiritus-Kocher der Marke Trangia, wie ihn jeder Schwede, Norweger oder Finne verwendet. Ich verwende ihn aus Komfort und Gewichtsgründen.
Schlafsack:
Die Wahl des richtigen Schlafsackes hängt stark von persönlichen Vorlieben und Wärmeempfinden ab. Wenn man erschöpft ist, oder zuwenig Brennstoff nachgelegt hat, friert man im wärmsten Schlafsack. Soweit muß es aber nicht kommen, das haben Sie selber in der Hand. Grundsätzlich wird zwischen Daunen und Kunstfaser Schlafsäcken unterschieden. Beide haben Vor.- und Nachteile. Daune verliert die Isolationsfähigkeit, wenn sie naß ist, Kunstfaser ist großvolumig und schwer. Um die Hauptargumente einmal zu nennen. Wenn Sie eine reine Hüttentour vorhaben, ist es aber völlig egal, ob ihr Schlafsack mal naß wird. Bis er gebraucht wird, haben Sie die Möglichkeit, ihn in der Hütte zu trocknen. Dieses soll Ihnen verdeutlichen, daß die richtige Wahl davon abhängt, was Sie vorhaben. Nehmen Sie also in erster Linie einen Schlafsack, der Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. An einem Schlafsack, dessen Malerial oder Größe Ihnen nicht zusagt, werden Sie auf Dauer keinen Spaß haben. Ein Schlafsack ist immer nur so gut, wie die Isomatte, die sich darunter befindet. Ohne eine gute Isomatte nützt auch der beste Schlafsack nichts. Dünne Schaummatten, die weniger als 8 mm aufweisen, eignen sich als Sitzunterlage, aber niemals zum Schlafen. |